Mehr Sex und mehr Körperbewusstsein

Noch vor den rein sexuellen Dingen gehören die vielfältigen Gefühle rund um Partnerschaft und Zärtlichkeit  immer wieder ins Bewusstsein gerückt. Dazu gehört beispielsweise die Vorbereitung auf eine Liebesbegegnung durch das Schaffen einer gemütlichen und kuscheligen Atmosphäre, das Widmen von Aufmerksamkeit und Zeit, so dass es einen langen und nahtlosen Übergang zwischen kleinen Zärtlichkeiten und dem eigentlichen Sex geben kann, welcher auch seinerseits etwas länger dauern darf.

Sehr viele Paare haben das Problem, dass die Vereinigung zu rasch vorüber ist, was bedeutet, dass der männliche Partner seinen Höhepunkt schon erreicht hat, bevor die Frau überhaupt richtig in die Genussphase gekommen ist. In der stärkeren Ausprägung spricht man von ejaculatio praecox, also vorzeitigem Samenerguss. Es hat sich als unmöglich herausgestellt, sich auf eine einheitliche Definition (gedacht war z. B. an eine 2-Minuten-Grenze) zu einigen. Aus Sicht einer durchschnittlichen Frau, die gerne 10 bis 30 Minuten oder mehr Koitus hintereinander genießen würde, ist schließlich die Mehrzahl der Männer – die nur etwa 3 bis 5 Minuten bis zum Orgasmus durchhalten – therapiebedürftig.

Die Ratschläge gegen solche Abstimmungsprobleme reichen von der Unterbrechung des Verkehrs für etwa zwei Minuten über das Auftragen lokal anästhesierend wirkender Cremes („logtime“) auf den Penis bis zur Wiederholung des Koitus noch am selben Tag bzw. Abend, wobei es beim zweiten Mal normalerweise länger dauert.

Da ein Vorbeugen allemal die beste Lösung ist, sind junge Männer, die noch vor ersten partnerschaftlichen Sexerfahrungen beim Masturbieren die Orgasmusverzögerung gezielt trainieren, auf dem richtigen Kurs. Auch jenseits dieser Altersphase kann man(n) so per Selbsterkundung und Übung sehr viel für seine aktuelle oder zukünftige Partnerschaft tun.

Die von Moralaposteln früher gern verbreiteten Warnungen vor zu viel Sex  lassen sich  – mit der Ausnahme einiger akut kranker Menschen – nach modernen Erkenntnissen nicht bestätigen. Im Gegenteil zeigen zahlreiche Untersuchungen und Beobachtungen, dass Sex so gesund ist wie kaum etwas anderes.

Natürlich werden Kreislauf, Lunge und Muskulatur trainiert wie bei jeder intensiven körperlichen Aktivität. Dasselbe gilt für die positiven Auswirkungen auf das Körpergewicht. Des Weiteren gibt es eine Reihe von Vorteilen für das Nervensystem und besonders für das allgemeine Wohlbefinden. Sex hilft sehr gut gegen Stress, gegen Depressionen und oft auch gegen Migräne und andere Verspannungserscheinungen. Auch wird das Immunsystem angeregt. Langfristig kann Sex als echter Jungbrunnen gelten, Alterungsprozesse werden verzögert, die Leistungsfähigkeit hoch erhalten.

Auch die Befürchtung, dass ein Zuviel an Sex (was immer die Definition sein mag) zu einer Abstumpfung auf diesem Gebiet und damit über kurz oder lang zu einem Verlust an Libido (erotischem Interesse) führen  könnte, ist völlig irrig. Der Erlebniswert jeder einzelnen geschlechtlichen Begegnung gewinnt eher mit der Häufigkeit, als dass er sich „abnutzen“ würde. Das erklärt sich schon aus der Stimulierung der Sexualhormonproduktion, die Sex mit sich bringt – mehr verlangt nach mehr.

An dieser Stelle ist auch das Märchen vom angeblichen „Ausleiern“ der Vagina durch intensive geschlechtliche Aktivität anzusprechen: Ganz im Gegenteil hat die Stimulation des Bindegewebes und der Muskulatur eine trainierende, Durchblutungs- und Regenerationsfördernde Wirkung und führt zur Straffung der Scheide. Einer sonst möglichen Abnahme der Wandstärke der Vagina mit fortschreitendem Alter wird so wirksam vorgebeugt.

Selbst wo, etwa im Rahmen der Vorbereitung auf eine Geburt, mit Dilatoren gezielt auf
eine stärkere Dehnbarkeit der Vagina trainiert wird, kommen die straffenden Effekte eines Trainings voll zur Geltung. Eine leichte Geburt und ein ordentlicher Grip der Scheide beim Geschlechtsverkehr schon bald nach der Geburt lassen sich über das Training bestens miteinander vereinigen.

In Partnerschaften mit häufigem Geschlechtsverkehr und hoher Wertschätzung für den gemeinsamen Sex liegt oft auch das vor, was man mit ausgeprägtem Körperbewusstsein bezeichnet.

Ähnlich wie der Appetit beim Essen von schöner Zubereitung bzw. geschmackvollem Servieren beeinflusst wird, kann auch ein gepflegter, ästhetischer Körper das erotische Interesse des Partners bzw. der Partnerin anregen.

Ob sich so etwas in Piercings oder Tattoos äußern sollte, sei dahingestellt bzw. dem persönlichen Geschmack überlassen, aber eine tadellose Körperhygiene und Pflege
gehören auf jeden Fall dazu. Dem Partner / der Partnerin und sich selbst mit seiner äußerlichen Erscheinung, insbesondere auch mit dem unbekleideten Körper, zu gefallen, das ist das Ziel, die Einzelheiten eine Sache der gegenseitigen Absprache. Wer als Mann beispielsweise weiß, dass die Frau keine starke Körperbehaarung liebt, sollte die Unannehmlichkeiten einer gründlichen Enthaarung mit einem Wachs auf sich nehmen. Ganz nebenbei kann man optisch für eine gewisse Penisvergrößerung sorgen. Falls man in dieser Richtung aber mehr als nur optische Retusche machen möchte, bieten sich zum Beispiel Penisexpander an, die für eine dauerhafte Penisverlängerung und Penisverdickung sorgen können.

Sehr viel häufiger ist die Kürzung der Schambehaarung eine gute Idee. Nicht nur beim Verkehr selbst erlaubt diese Praxis interessante Aussichten, auch sonst werden die Geschlechtsteile stärker ins Blickfeld und damit ins Bewusstsein gerückt. Nichtvergessen dabei, sollte man den hygienischen Aspekt, der durch einen rasierten Initimbereich verbessert wird.